parlamentarische Anfrage zum Thema “detaillierte Aufschlüsselungen der Kampagnenkosten der Kampagne KA’TSCHICKISTAN”

Anfrage
der Abgeordneten Drin Sabine Oberhauser und GenossInnen
an die Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend

betreffend “detaillierte Aufschlüsselungen der Kampagnenkosten der Kampagne KA’TSCHICKISTAN”

Die Kampagne KA’TSCHICKISTAN wurde von BM Kdolsky am 03.09.2007 gestartet
und am 18.10.2007 offiziell beendet. Dies ist eine Gesamtlaufzeit von 46 Tagen.
Laut Anfragebeantwortung (1512/AB) vom 16.11.2007 beziffert die Ministerin die
Kosten dieser Kampagne mit 421.338,13 Euro.

Die Kampagne kostete also pro Tag mehr als 9.000 Euro!

Gesamt wurden um dieses Geld laut BMGFJ Angaben 1,7 Millionen Aufkleber
produziert, eine nicht sehr aufwendig gestaltete Homepage erstellt und div. Inserate
geschalten.

Die Informationen über diese Kampagne, die auf der Webseite des BMGFJ abrufbar
sind, sind mehr als spärlich. Gibt man den Kampagnentitel als Suchbegriff ein, findet
man gerade einmal zwei Texteinträge und ein paar Fotos mit der Bundesministerin.
Die beauftragten Agenturen erhielten für ihre Tätigkeiten rund 177.000 Euro, rund
146.000 Euro wurden für nicht näher definierte Inserate in Printmedien aufgewendet
und rund 98.000 Euro für ebenfalls nicht näher definierte Werbeeinschaltungen in
privaten Radio- und TV-Stationen.

Weshalb eine sehr einfache Kampagne mit einer kurzen Laufzeit solche Geldmengen
verschlingt ist aufklärungsbedürftig.

Deshalb stellen die unterzeichneten Abgeordneten an die Bundesministerin für
Gesundheit, Familie und Jugend nachstehende
Anfrage:

Anfragebeantwortung (AW) vom 22.01.2008 der Bundesministerin Andrea Kdolsky. 

1. Wurde die Umsetzung der Kampagne KA’TSCHICKISTAN öffentlich ausgeschrieben?
a. Wenn ja, welche Firmen haben sich noch darum beworben?
b. Wenn nein, warum nicht?

AW: Da die Koordinationsleistungen der Kampagne hauptsächlich durch die Mitarbeiter des Ministerbüros erfolgten, wurde die Kampagne als Gesamtes nicht öffentlich ausgeschrieben. Nur hinsichtlich der Umsetzung einzelner Teilbereiche war zusätzlich die Beauftragung der Firma „brainiacs Werbe GmbH“ zur Supervision notwendig.

2. Wurde die Konzeption, das Design und die Programmierung der Webseite der Kampagne KA’TSCHICKISTAN ausgeschrieben?
a. Wenn ja, welche Firmen haben sich noch darum beworben?
b. Wenn nein, warum nicht?

AW: Die Websitegestaltung wurde nach § 41 Abs 2 Z 1 BVergG 2006 vergeben. Es haben sich neben der ausführenden Firma „indeed! Fally & Fössl OEG“ noch die Firmen „brainiacs Werbe GmbH“ und „Graphic Things“ beworben.

3. Wurde für Druck der Aufkleber Kampagne KA´TSCHICKISTAN
Vergleichsangebote eingeholt?
a. Wenn ja, welche Offerte langten ein (Firmen und Anbotssumme)
b. Wenn nein, warum nicht?

AW: Für den Druck der Aufkleber wurden Vergleichsangebote neben der ausführenden Firma „Herold Business Data GmbH“ (€ 39.800,–exkl. USt.) von den Firmen „The Rebel (Wunsch Thomas)“ (€ 99.000,– exkl. USt.) und „ueberreuter print und digimedia gmbh“ (€ 48.570,–) eingeholt.
Der Auftrag wurde dem günstigsten Anbot erteilt.

4. Welcher Betrag wurde für die Konzeption, das Design und die Programmierung der Webseite in Rechung gestellt?

AW: Es wurde ein Betrag von € 25.920,– inkl. USt. in Rechnung gestellt.

5. Welcher Betrag wurde für die Umsetzung der Kampagne in Rechnung gestellt?

AW: Für die Supervision seitens der Firma „brainiacs Werbe GmbH“ wurde ein Betrag von € 27.000,– inkl. USt. in Rechnung gestellt.

6. Welcher Betrag wurde für den Druck der Kampagnen-Aufkleber in Rechnung gestellt?

AW: Für den Druck der Kampagnen-Aufkleber wurde ein Betrag in der Höhe von € 47.760,– inkl. USt. in Rechnung gestellt.

7. Wie viele Aufkleber wurden produziert?

AW: Es wurden 2 Millionen Stück Aufkleber produziert. 

8. Welche Inserate in Printmedien wurden geschalten (Bitte das Inserat beigeben)?
9. In welchen Printmedien und an welchen Tagen wurden Inserate geschaltet?

AW zu Frage 8 und 9: Es wurden Inserate in den „Gelben Seiten“ und in der „Kronenzeitung“ geschalten. Die Schaltung des Inserates in den Gelben Seiten lässt sich aus der Natur der Sache nicht mit einem bestimmten Tag festlegen. Die Schaltung in der Kronen Zeitung erfolgte mit 9. September 2007.

10. In welchen privaten Fernseh- und Radiostationen wurden an welchen Tagen und welcher Uhrzeit Werbeeinschaltungen getätigt?

AW: Werbeeinschaltungen wurden beim Privatradio „Kronehit“ in Auftrag gegeben. Werbeeinschaltungen erfolgten in folgendem Zeitraum:
* Sondersendung/Studiostunde mit FBM 2.9.2007 von 9.00 – 10.00 Uhr. Ca. 6 Einstiege.
* Ankündigung der Studiostunde mittels 20 Ankündigungstrailer (29.8. – 1.9.)
* Aufruf zum Mitmachen und Erklärung der Aktion. Moderativ und mittels Promotiontrailer, auch moderative Beiträge (3.9. – 5.10.)
* Mornigshowpatronanz; 6x täglich von Mo-Fr 6-9 Uhr (3.9. – 5.10.) Gewinnermittlung mittels CO2 Messung. Jeden Samstag (8.9.-6.10) wurde der/die Gewinner/-in im Programm ausgelobt.

11. Da unserer Beobachtung nach kaum Aufkleber auf Autos sichtbar waren und sind, gibt es eine Evaluierung über die Ergebnisqualität dieser Kampagne?

AW: Beobachtungen der Aufkleberhäufigkeit an den Autos ist kein Maß für die Ergebnisqualität der Kampagne. Maßgeblich ist, dass der Inhalt dem Bürger ins Bewusstsein gerufen wird. 

Der Beitrag wurde am Mittwoch, 5. Dezember 2007 um 13:10 Uhr veröffentlicht und wurde unter NichtraucherInnenschutz, parlamentarische Anfragen abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
  3 Reaktionen zu “parlamentarische Anfrage zum Thema “detaillierte Aufschlüsselungen der Kampagnenkosten der Kampagne KA’TSCHICKISTAN””
  1. manfred.neuberger am 21. Januar 2008 um 10:42 Uhr

    Die Strategie der Tabakindustrie, alle für Nichtraucheraktionen vorgesehenen
    Geldmittel in Kampagnen zu leiten, die wirkungslos sind oder den gegenteiligen
    Effekt haben, ist bekannt. Die PR-Firmen müssen dabei nur für das Image der
    Auftraggeberin arbeiten, die scheinbar was für den Nichtraucherschutz tut.
    http://www.smoking-statt-smoking.at/ ist das jüngste Produkt dieser Art, das den
    rücksichtslosen Raucher gesellschaftsfähig machen soll und ihn wie die Tabakwerbung
    als Genussmenschen darstellt, umgeben von Glanz und Glamour. Deshalb konnte auch
    eine Firma, die mit anderen Nikotinprodukten Geschäfte macht (Pfizer) und ein
    Nikotininstitut für diese Aktion gewonnen werden. Die österreichische Tabakpolitik
    hat weder aus http://www.tabakkontrolle.de/pdf/AdWfP_Leitlinien_der_WHO_Artikel8.pdf noch
    aus http://www.ensp.org/files/30_european_countries_text_final.pdf etwas gelernt.

  2. Prim. MR. Dr. Kurt AIGNER am 21. Januar 2008 um 14:52 Uhr

    Sehr geehrte Frau Kollegin Oberhauser !
    Herzlichsten Dank für Ihre parlamentarische Anfrage zu Ka Tschick ist an. Der Effekt dieser Kampagne ist beschämend und unterstreicht nur unseren letzten Platz im Rahmen der aktuellen europäischen Tabakkontrollbewertung der einzelnen Länder. Warum gelingt es auch nicht einen minimalen Betrag aus der Zigarettensteuer einer jeden Zigarette zweckgebunden für die Tabkkontrolle, für Gegenmaßnahmen zum Tabakkonsum zu etablieren. Ein Trafinkantenfonds wurde umgehend nach Forderung installiert !? und die Angebotsmöglichkeiten für Trafikanten erweitert mit Jugendprodukten (damit die Jugendlichen auch noch mehr in die Trafiken gehen und in diesem Bereich dann umso leichter wiederum auch von der Tabakindustrie beworben werden können !). Ein Ersuchen der Initiative Ärzte gegen Raucherschäden um € 3.000,00 oder einen Teilbetrag davon für den Mitgliedsbeitrag bei der ENSP (European Network for Smoking Prevention) wurde jedenfalls seitens des Ministeriums abgelehnt, dafür ist offenbar keine Möglichkeit vorhanden !? .. für Ka Tschick ist an wohl !
    Mit freundlichen Grüßen
    Prim. MR. Dr. Kurt AIGNER (derz. Vorsitzender der Initiative Ärzte gegen Raucherschäden, http://www.aerzteinitiative.at)

  3. Printer am 26. April 2008 um 09:41 Uhr

    AW: Werbeeinschaltungen wurden beim Privatradio „Kronehit“ in Auftrag gegeben. Werbeeinschaltungen erfolgten in folgendem Zeitraum:
    * Sondersendung/Studiostunde mit FBM 2.9.2007 von 9.00 – 10.00 Uhr. Ca. 6 Einstiege.
    * Ankündigung der Studiostunde mittels 20 Ankündigungstrailer (29.8. – 1.9.)
    * Aufruf zum Mitmachen und Erklärung der Aktion. Moderativ und mittels Promotiontrailer, auch moderative Beiträge (3.9. – 5.10.)
    * Mornigshowpatronanz; 6x täglich von Mo-Fr 6-9 Uhr (3.9. – 5.10.) Gewinnermittlung mittels CO2 Messung. Jeden Samstag (8.9.-6.10) wurde der/die Gewinner/-in im Programm ausgelobt.

    Schönes ding.

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